Wir fordern: Keine Erweiterung des Gewerbegebiets Am Kappengraben Richtung Kreuzstein

09. Juli 2025

Der BUND-Ortsverband Wehrheim setzt sich entschieden gegen die geplante Ausweitung des Gewerbegebiets Am Kappengraben in Richtung Kreuzstein ein. Die Erweiterung würde wertvolle Natur- und Erholungsräume zerstören, ökologische Probleme verschärfen und eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde gefährden.

Das Bild zeigt eine Wiese zwischen einer Industriebebauung auf der rechten Seite und Buschwerk auf der linken.

  • Biotopverbund sichern
  • Bodenversiegelung stoppen
  • Beste Ackerböden bewahren

Naherholungsraum und Biotopverbund in Gefahr

Das Erweiterungsgebiet grenzt direkt an den Kreuzsteinweg, eine der letzten freien Sichtachsen Wehrheims, die von Spaziergängern, Radfahrern und Landwirten intensiv genutzt wird. Mit der geplanten Bebauung droht nicht nur der Verlust dieses beliebten Erholungsraums, sondern auch eine massive Beeinträchtigung des charakteristischen Landschaftsbildes einer offenen Kulturlandschaft. Der Gemeindevorstand hat zwar einen Biotopverbund-Streifen angekündigt, doch fehlen bislang verbindliche Festlegungen zu dessen Breite und Schutzstatus. Aus Sicht des BUND ist ein breiter, durchgehender und dauerhaft gesicherter Biotopkorridor zwingend erforderlich, um die ökologische Funktion zu erhalten und zu stärken.

Ökologische Risiken: Bodenversiegelung und Wasserhaushalt

Ein zentrales Gegenargument ist die zusätzliche Bodenversiegelung an der Hanglage. Jede weitere Versiegelung und Bebauung verschärfe die Problematik von Wasserknappheit, Überhitzung und Hochwassergefahr. „Die zusätzliche Bodenversiegelung an diesem Hang erhöht den Oberflächenabfluss und das Hochwasserrisiko für die Straßen darunter erheblich. Schon heute kommt es dort nach Starkregen immer wieder zu Problemen“, erklärt BUND-Vorstandsmitglied Michael Pyper.

Verlust bester Ackerböden

Ein weiteres schwerwiegendes Argument ist die geplante zusätzliche Versiegelung von über vier Hektar hochwertigem Ackerboden – für die Landwirtschaft bedeutet das einen Verlust von etwa 15 Tonnen Getreide jährlich. Gerade an dieser Stelle befindet sich einer der besten Böden Wehrheims, der für die regionale Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar ist. Pyper: „Das gefährdet nicht nur die lokale Landwirtschaft, sondern auch die regionale Nahrungsmittelproduktion. Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Landwirtschaft?“. Stattdessen sollten Alternativen geprüft werden wie das seit Jahren brachliegende Gelände des einstigen Sägewerks.

Wir fordern:

  • Stopp der Erweiterung Richtung Kreuzstein und dauerhafter Schutz des Kreuzsteinwegs als Naherholungs- und Biotopverbindungsachse.
  • Ein breiter Landschaftstreifen für einen Biotopverbund, der ökologisch wirksam und dauerhaft gesichert ist.
  • Flächensparende Gewerbeentwicklung durch bessere Nutzung und Reaktivieren bestehender Flächen statt weiterer Versiegelung wertvoller Natur- und Agrarflächen.
  • Prüfen vorhandener Alternativen, bspw. die Nutzung des brachliegenden großen Geländes des einstigen Sägewerks.
  • Transparente Bürgerbeteiligung und unabhängige Umweltprüfung bei allen weiteren Planungsschritten.

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