Exkursion Ackerwildkräuter

Ökologisch bewirtschaftetes Getreidefeld bei Pfaffenwiesbach

Der konventionelle Ackerbau mit seinem massiven Einsatz von NPK-Düngern und Herbiziden hat leider auch im Usinger Land dafür gesorgt, dass die Artenvielfalt bei Ackerwildkräutern stark zurückgegangen ist. Vor allem Düngung und Drainage sind die Ursachen dafür, dass Ackerflächen überall die gleichen Standortbedingungen für Pflanzen bieten, die Böden werden "nivelliert". Pflanzensippen, die sich an extremere Standorte, vor allem nährstoffarme, trockene oder nasse Böden, angepasst haben, haben auf den landwirtschaftlich optimierten Äckern keine Chance mehr, in der Konkurrenz mit den nährstoffliebenden "Allerweltsarten" zu bestehen.

Wo also gibt es bei uns vielleicht noch Äcker, die den "Spezialisten" unter den Ackerwildkräutern ein Refugium bieten? Am ehesten wohl in der Umgebung von Pfaffenwiesbach, wo wir hauptsächlich steinige Grenzertragsböden vorfinden. Leider werden auch dort schon die Äcker mit massiven Industriedüngergaben aufgedüngt, um auch aus diesen eigentlich schlechten Böden noch passable Ernten herauszuholen.

Im August 2012 haben wir eine kleine Exkursion in der Umgebung von Pfaffenwiesbach gemacht, um zu schauen, ob wir dort vielleicht ein paar nicht ganz so häufige Ackerwildkräuter finden. Tatsächlich haben wir einige interessante Sippen gefunden, und zwar auf den Äckern eines Bio-Landwirts, der in Pfaffenwiesbach schon seit Jahrzenten ökologische Landwirtschaft betreibt.

Besonders gefreut hat uns, dass wir an den Rändern zweier Getreideäcker jeweils mehr als 20 Exemplare vom Acker-Löwenmäulchen (Misopates orontium) finden konnten. Das Acker-Löwenmäulchen gilt bundesweit als gefährdet und ist auch im Taunus leider schon eine Seltenheit.

 

 

 

 

Scleranthus annuus

Dort haben wir auch den Einjährigen Knäuel (Scleranthus annuus) gefunden, ebenfalls ein Ackerwildkraut, das man nicht mehr so häufig findet. Beide Arten zeigen einen leicht sauren und nur mäßig mit Stickstoff versorgten Boden an.

 

 

 

 

 

Kulturlandschaft und Artenvielfalt

Der BUND Wehrheim setzt sich für den Schutz der in unserer Kulturlandschaft selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten ein.

Die Landwirtschaft, die über Jahrtausende eine artenreiche Biotopvielfalt in unserer Region geschaffen hatte, ist heute leider die Hauptursache für das Verschwinden vieler Pflanzen- und Tierarten. Gründe dafür sind der Einsatz von Bioziden, Überdüngung und Drainage von ehemals extensiv bewirtschafteten Flächen auf der einen Seite, aber auch die Nutzungsaufgabe als gegenläufiges Extrem. In Wehrheim finden sich insbesondere in den Ortsteilen noch einige aus Naturschutzsicht wertvolle Grünland- und Ackerflächen. Wir haben das Ziel, in enger Zusammenarbeit mit interessierten Landwirten in der Gemeinde, diese Flächen als Rückzugsgebiete selten gewordener Arten zu erhalten und zu verbessern.


Wir freuen uns sehr über jede Art von Unterstützung bei diesem Anliegen!

BUND und EuroNatur: EU-Agrarreform halbherzig

Als einen „richtigen, aber viel zu zaghaften Schritt“ haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland  und die Naturschutzstiftung EuroNatur die Gesetzesentwürfe für die europäische Agrarreform ab 2014 bezeichnet, die  am 12. Oktober von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos veröffentlicht werden. „Die grobe Richtung stimmt, aber die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Umweltsituation nachhaltig zu verbessern“, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.    mehr...



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Agrarreform statt Massentierhaltung

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